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Gegenüber (2007)
Regie: Jan Bonny
Susanne Bormann als: Denise
In den Hauptrollen: Matthias Brandt (Georg Hoffmann), Victoria Trauttmansdorff (Anne Hoffmann), Wotan Wilke Möhring (Michael Gleiwitz), Anna Brass (Marie Hoffmann), Pablo Ben-Yakov (Lukas Hoffmann)
Offizielle Seite IMDB OFDb Presseheft
Der Verleih W-Film führt eine Terminliste von Kinovorstellungen.
Der Film lief bei den Filmfestspielen 2007 in Cannes in der Reihe "Quinzaine des Réalisateurs" und erhielt eine lobende Erwähnung.



Gleich vorab: Wer sich den Film ausschließlich wegen
Susanne Bormann ansehen möchte, könnte enttäuscht werden. Sie spielt die Rolle
von Denise, einer Kollegin von Georg, natürlich überzeugend, es handelt sich
aber tatsächlich nur um eine Nebenrolle. Wer wirklichkeitsnahe "Problemfilme"
mag, sollte sich dagegen schon von ihr ins Kino "Gegenüber" verführen lassen.
Ganz unwichtig ist ihre Rolle übrigens nicht: Georg gibt dem Versuch einer
Annäherung von Denise über das Kollegiale hinaus - trotz der Hölle zu Hause -
nicht nach.
Auch wenn vergleichsweise wenig Blut fließt: Der Film ist hart, was durch die
technische Ausgestaltung mit Mitteln der Dogma-Filme (die Handkamera ist oft
ganz nah an den Gesichtern dran, es gibt keine Filmmusik und in der kleinen
Wohnung herrscht eine geradezu klaustrophobe Enge) noch unterstrichen wird.
Jan Bonny ist es gelungen, ein exzellentes Schauspielerensemble
zusammenzustellen, allen voran Victoria Trauttmansdorff als Anne. Einfach
großartig, wie sie glaubwürdig von einem handfesten Wutausbruch auf offenbar
noch nicht verschütte Liebe zu ihrem Mann Georg (Matthias Brandt) umschalten
kann - es sage keiner, so etwas gäbe es nicht. Überhaupt zeichnet sich der Film
durch eine beeindruckende Differenzierung der Charaktere aus. Nicht nur, dass
die "Täterin" außerhalb ihrer Wutausbrüche durchaus sympathische Züge haben
kann, auch das "Opfer", bei dem naturgemäß die Sympathie des Zuschauers liegt,
ist nicht unschuldig am Zustand der Beziehung. Natürlich mag man sich fragen,
weshalb der körperlich überlegene Georg nicht schon längst zurückgeschlagen hat.
Liegt es an dem über Jahre eingespielten Rollenverhältnis? An dem
Trotzdem-einander-brauchen? An der Hoffnung - auch im Interesse der Kinder -,
dadurch eine Trennung als vermeintlich größeres Übel vermeiden zu können?
Eigentlich geht es aber, wie Bonny selbst betont, nur
vordergründig um körperliche Gewalt. Viel öfter entlädt sich die beschriebene
Konstellation ja in psychischem Terror - oft, ohne nach außen sichtbare Narben
zu hinterlassen.
Wenn ich überhaupt etwas unbefriedigend fand, dann vielleicht den Schluss.
Sicher: Ein Happy End wäre fehl am Platze gewesen. Aber vielleicht ein Ende mit
Schrecken? So bleibt das Gefühl, dass der Schrecken noch lange anhalten wird.
Aber auch das soll es ja in der Realität geben. (MB)
Presse
Der Film hat - für einen Debütfilm überhaupt nicht selbstverständlich - durchweg gute und sehr gute Kritiken erhalten:
Der Filmdienst, die wohl seriöseste deutschsprachige Printpublikation im Filmbereich, verleiht dem Film das Prädikat "Sehenswert": "Ein sich langsam entwickelnder, subtil beobachtender Film über die Lebensuntauglichkeit zweier Menschen..." Die Rezension steht hier als pdf-Datei bereit. (Mit herzlichem Dank an den Filmdienst für die Genehmigung.)
Eine frühe Kritik hatte das Frauenmagazin AVIVA: "Die ZuschauerInnen sind mittendrin und werden von den intimen Bildern gefesselt"
DVD
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| Susanne Bormann Download |
... mit Matthias
Brandt und Victoria Trauttmansdorff Download |
von links: die
Produzentin Bettina Brokemper, Matthias Brandt, Susanne Bormann,
Regisseur Jan Bonny,
Victoria Trauttmansdorff und Jochen Striebeck Download |
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| Susanne Bormann mit der Regisseur Jan Bonny (mitte) und Victoria Trauttmansdorff (rechts) |