
Zwischen Pankow und Zehlendorf (1991)
Regie: Horst Seeman
Susanne
Bormann als:
Susanne Wünsche
Darsteller: Corinna Harfouch
(Isolde Wünsche), André Hennicke (Emil Wünsche), Susanne Bormann (Susanne
Wünsche), Kathrin Ackermann (Nora Permont), Ulrike Dräger (Gies Wünsche)
Winfried Glatzeder (Klavierlehrer), Monika Lennartz (Direktorin) u.a.
Icestorm Entertainment (DVD)
IMDB
OFDb
Fan-Seite
Das Buch zum Film
(Wenn ich kein Vogel wär)
Die DVD kann direkt bei
Icestorm Entertainment
oder bei
Amazon bestellt werden.
InhaltMusik ist für sie wie die Luft zum Atmen. Ein Leben ohne ihr Klavier kann sich
Susanne nicht vorstellen. Die Elfjährige wohnt mit der älteren Schwester und der
Mutter Isolde in Pankow. Auch acht Jahre nach Kriegsende ist der Bezirk noch
immer schwer von den Bombeneinschlägen gezeichnet. Die Mutter schuftet Tag
und Nacht - doch voller Überzeugung - für den Wiederaufbau und die Errichtung
eines gerechten Systems im Osten. Da bleibt wenig Zeit für die Kinder. Deshalb
fährt Susanne zu Großmutter Nora - selbst Sängerin und wohlbetuchte Dame - ins
westliche Zehlendorf, um ihren Musikunterricht wahrzunehmen. Unbeschwert pendelt
das begabte Mädchen zwischen den beiden Welten. Da kehrt Vater Emil aus der
Gefangenschaft zurück. Für die Schwestern ist er ein Fremder. Traumatisiert vom
Erlebten, versucht er, die Bilder des Krieges im Alkohol zu ertränken, überträgt
seine Ängste auf Frau und Kinder und ändert deren Alltag völlig: Vorbei ist es
mit den Kinderspielen, vorbei auch die Zeiten des Klavierspielens für Susanne.
In dem verzweifelten Kind reift ein Plan.
Frei nach Motiven des Romans Wenn ich kein Vogel wär von Rita Kuczinski (Icestorm
Entertainment)
Filmclips
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Klavierstunde
(mit Winfried Glatzeder als Klavierlehrer)
(DivX-avi - Klick oder "Ziel speichern als", 6 MB) |
"Ich kann das Gebrüll von meinem Vater nicht mehr
aushalten...
wenn er so schreit, dann zerschreit er mir meine ganzen Töne."
(DivX-avi - Klick oder "Ziel speichern als", 7 MB)
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Bilder mit Susanne Bormann
Susannes
Vater (André Hennicke) ist als Spätheimkehrer nach
dem Krieg nach Hause gekommen. Er hat immer noch das Maschinengewehr im Ohr -
für die Flöte ist da kein Platz.

Die Kinder sind von dem ruppigen Mann schockiert. Susanne zu ihrer Filmmutter
Corinna
Harfouch: "Mama, wir brauchen doch gar
keinen Vater..."
Susanne bei ihrer Oma Nora (Kathrin Ackermann), einer
Opernsängern, in Westberlin, wo sie viel Zeit verbringt und auch die Musikschule
besucht.
Im Widerspruch zwischen Ost-Schulkenntnissen und West-Verwandten fragt sie einen
Besucher ihrer Oma: "Warum schlägst du denn deine Knechte und Mägde?"
"Steh
auf! Der Feind liegt nur 3 km von hier!" Der Vater lebt noch im letzten
Krieg und
sieht den nächsten schon kommen - da müssen auch die Kinder gewappnet sein.
Susanne aber hat das Kriegsspielen satt und kann nicht mehr.
Im
Schulchor: "Anmut sparet nicht, noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand"
Die Erziehung des Vaters trägt zunächst Früchte: Susanne und ihre Schwester
haben beschlossen, einmal Partisanen zu werden. Als Mutprobe überwindet
sich Susanne und wirft einen Frosch an die Wand - wofür sie von der
Schulleiterin (Monika Lennartz) zur Verantwortung
gezogen wird.
Susanne
hat die Aufnahmeprüfung für den Meisterkurs bestanden und wird vom amerikanischen
Chauffeur ihrer Oma mit Blumen empfangen.
Ihre
Mutter ist allerdings inzwischen zu der Meinung gelangt, dass der Westeinfluss ungünstig
für ihre Entwicklung ist. Susanne soll ihre Oma - und die Musikschule - nicht
mehr sehen.
Susanne
hält es bei ihrem Vater aber nicht mehr aus. Aus Verzweiflung wird sie zur Dieben. Im Gefängnis kann ihr der Vater
wenigstens nicht mehr ihre Töne zerschreien.
(Produktion Pro Babelsberg, DVD im Vertrieb von
Icestorm Entertainment, Filmclips und
Screenshots mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von Icestorm
Entertainment;
mit Anklicken oder "Ziel speichern unter" kann jeweils eine hochaufgelöste
Version heruntergeladen werden.)
Ich gebe zu: Ich habe mich gefreut,
als ich erfahren habe, dass Icestorm Entertainment den wenig bekannten Film
"Zwischen Pankow und Zehlendorf" auf DVD herausbringt. Dabei sollen die
Schwächen in Buch und Dramaturgie nicht verschwiegen werden: Die Figur des
Vaters ist überzeichnet, zwischen Zehlendorf und Pankow herrscht im wahrsten
Sinne des Wortes Schwarzweiß, Seemanns Filmmusik ist für das Kammerspiel zwei
Nummern zu groß usw.
Der Film erscheint bei Icestorm in der Reihe "Zwischen den Zeiten - Filme aus
der Wende" und ist zerrissen wie die Zeit, in der er (als einer der letzten
DEFA-Filme) entstanden ist. Dass der Filmemacher Horst Seemann, der DDR bis 89
sehr wohlwollend verbunden, in der Wende einen ganz schnellen Schwenk zu einer
derart unkritischen Beleuchtung Westberliner Nachkriegsverhältnisse gemacht hat,
ist peinlich und soll auch nicht verschwiegen werden.
Es sind die Schauspieler und vor allem die damals 11-jährige Susanne Bormann und
ihre Filmmutter Corinna Harfouch, die den Film dennoch sehenswert machen.
Corinna Harfouch ist in ihrem Schwanken zwischen ihrer West-Mutter und ihrem
Ost-Mann beeindruckend und glaubwürdig. Vor allem aber enthält der Film viele
wunderhübsche Szenen mit Susanne Bormann, darunter mehrere, in denen sie unter
der Anleitung von Winfried Glatzeder als Klavierlehrer (selbst) Klavier spielt.
Bemerkenswert ist die Szene, in der sie der Angestellten beim Jugendamt erklärt,
weshalb sie sich mit ihren Tönen vor dem Vater ins Gefängnis flüchten möchte. Das Projekt war für sie auch ein wichtiger Schritt, im Filmgeschäft Fuß zu
fassen. Schon allein ihre Hauptrolle lohnt den Kauf der DVD auf jeden Fall.
Vor allem jüngere Menschen werden etliche Szenen ungläubig belächeln. Ihnen sei
gesagt: Ich kenne noch Berichte über Genossen, die bei Stalins Tod - aus eigenem Antrieb -
hemmungslos geweint haben. Und Spätheimkehrer aus sowjetischer Gefangenschaft,
die im zivilen Leben im Osten nicht Fuß fassen konnten und dann in den Westen
"abgehauen" sind, wie es damals hieß, habe ich selbst kennengelernt. (MB)
Meinungen und Rezensionen:
Eckhard Dreher vergibt auf Icestorm.de als Kundenrezension 5 Sterne:
"Hervorragend. Am Besten gefällt mir die wirklich bemerkenswerte
schauspielerische Leistung der damals erst 12jährigen Susanne Bormann."
Film und Karriere beim
Filmfestival Max-Ophüls-Preis
Zwischen Pankow und Zehlendorf wurde am 18.01.2008 beim
Filmfestival
Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken gezeigt. Susanne Bormann war bei der
Aufführung im Rahmen der Reihe "Film und Karriere" anwesend; im Anschluss an
den Film war sie kurz vor Mitternacht noch zusammen mit
Stipe Erceg im Festivalclub Lolas Bistro zu Gast bei einem Talk zu diesem
Thema. Einen Bericht über
beide Veranstaltungen gibt es
hier und Bilder
vom Talk hier:
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| Stipe Erceg, Susanne Bormann und
Helene Grass im Gespräch über "Film und Karriere" in Lolas Bistro. |
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Bild 1, 2, 4, 5 Manuela Wenger; Bild 3 Marisa Villareale; alle Bilder mit herzlichem Dank vom Filmfestival Max-Ophüls-Preis,
Saarbrücken. Bei allen Fotos liefert ein Klick auf das Bild jeweils eine hochaufgelöste
Version.
Seitentitelbild:
Icestorm Entertainment, mit herzlichem Dank
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